Ein neues ShiftUp-Werkzeug aus LIFE Renew-It erfasst, was Menschen in eine gemeinschaftliche Sanierung einbringen können.
Gemeinschaftliche Sanierung gelingt dann am besten, wenn sich Menschen so einbringen können, wie es zu ihren Fähigkeiten, ihren Interessen und ihrem Alltag passt. Die Local Skills Diagnosis ist eine lokale Kompetenzerhebung, die Projektteams hilft herauszufinden, was Bewohnerinnen und Bewohner beitragen können, wo sie Unterstützung brauchen und was sie dabei gerne lernen würden. Die Methodik und Umsetzung wurde von ShiftUp im Rahmen von LIFE Renew-It entwickelt.
Das Werkzeug erfasst technische, soziale, organisatorische, finanzielle und beratende Kompetenzen und stellt sie neben Motivation, Verfügbarkeit, persönliche Lebensumstände und die Frage, woran jemand überhaupt Interesse hat. Ebenso geht es um Schulungsbedarf und längerfristige Ziele – etwa darum, ob die Mitwirkung ein erster Schritt in Richtung einer Tätigkeit im Sanierungs- oder Bauwesen sein könnte. Und es macht bewusst sichtbar, wo auch Menschen mit wenig Erfahrung mitmachen können, sofern sie angeleitet werden.

Aufgaben realistisch verteilen
LIFE Renew-It untersucht, wie Bewohnerinnen und Bewohner ausgewählte Sanierungstätigkeiten gemeinsam mit Fachleuten und lokalen Organisationen übernehmen können. Entscheidend ist eine sichere Aufteilung der Verantwortung: Bewohnerinnen und Bewohner übernehmen geeignete Teilaufgaben – nicht ein ganzes Gebäude.
Manche bringen bereits handwerkliche Erfahrung mit. Andere unterstützen lieber bei Planung, Kommunikation oder Koordination – oder möchten schlicht etwas Neues lernen. Diese Stärken zu erfassen ist der erste Schritt, um nicht nur zu sehen, was zu tun ist, sondern auch, wer dazu in der Lage und bereit ist. Darin zeigt sich das übergeordnete Ziel des Projekts: Sanierung inklusiver gestalten und zugleich Kompetenzen aufbauen, die weit darüber hinaus nützlich bleiben.
Ein begleitetes Gespräch
In der Regel gehen Bewohnerinnen und Bewohner die Fragen gemeinsam mit einer sozialen Fachkraft, einer Moderatorin oder einer Person ihres Vertrauens durch. Das macht den Prozess zugänglicher und hält die Antworten im richtigen Zusammenhang. So entsteht Raum für das Gespräch darüber, was sich jemand zutraut und wie er oder sie sich einbringen möchte.
Das Werkzeug legt nicht fest, wer was macht. Es unterstützt den Austausch zwischen Bewohnerinnen und Bewohnern, Koordinierenden, sozialen Fachkräften und Baufachleuten, aus dem solche Entscheidungen hervorgehen.
Für jedes Projekt eigens eingerichtet
Die Ergebnisse helfen Projektteams, Stärken und Interessen passenden Aufgaben zuzuordnen – abgewogen gegen die tatsächlichen Anforderungen jeder Tätigkeit, den Zustand des Gebäudes, die verfügbare Zeit und Begleitung sowie jene Arbeiten, die in den Händen qualifizierter Fachleute bleiben müssen.
Das Werkzeug ist auf das Zusammenspiel mit den weiteren Methoden von LIFE Renew-It ausgelegt, mit denen Tätigkeiten und Projektszenarien bewertet werden. Gemeinsam zeigen sie, wo Bewohnerinnen und Bewohner mitwirken können, wo Schulung oder Aufsicht dies erst ermöglicht und wo Fachwissen unverzichtbar ist.
Das Werkzeug steht als mehrsprachige Excel-Datei zur Verfügung und lässt sich ebenso online über die ShiftUp-Plattform nutzen – auf Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Katalanisch. Jede Online-Version wird für ein konkretes Quartier oder Projekt eingerichtet und bleibt damit auf die beteiligten Menschen zugeschnitten.
Mitmachen können mehr Menschen als gedacht
Eines macht das Werkzeug greifbar: An einer Sanierung mitwirken können weit mehr Menschen als nur jene mit Bauerfahrung – und es gibt viele verschiedene Wege dazu. Wer Kompetenzen, Interessen, Ziele und Lebensumstände gemeinsam betrachtet, kann Rollen gerechter verteilen und klarer erkennen, wo zusätzliche Anleitung oder fachliche Unterstützung hingehört.